LehrplanPLUS FS Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung (ESE)

Herausgeber: Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
Stand: 08.03.2024
Datei: Förderschule_emotionale_u_soziale_Entwicklung_Stand_08_03_24.pdf


Bildungsauftrag und Leitgedanken

Schülerschaft mit Förderbedarf ESE

Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf ESE zeigen Beeinträchtigungen in:
- Emotionaler Entwicklung: eingeschränkte Fähigkeit zur Selbstregulation, Emotions- und Impulskontrolle
- Sozialem Handeln: Schwierigkeiten in Beziehungsgestaltung, Kommunikation, Kooperation
- Schulischem Lernen: Lernhemmnisse durch Verhaltensauffälligkeiten, ADHS-ähnliche Symptome

Häufige Komorbiditäten mit Lernen und/oder Sprache; ESE-Förderbedarf ist selten isoliert.

Pädagogische Leitprinzipien

  • Wertschätzende pädagogische Grundhaltung: subsidiäre pädagogische Haltung der Lehrkraft
  • Präventiver Ansatz: Aufbau erwünschter Verhaltensweisen statt reaktiver Interventionen
  • Klare Unterrichtsstruktur, Rituale, transparente Regeln — Sicherheit und Vorhersehbarkeit
  • Schülerbeobachtung und standardisierte Testverfahren zur Einschätzung des Entwicklungsstands
  • Wochenplan mit sozialen Wochenzielen als Struktur
  • Restorative und gemeinschaftlich orientierte Konfliktlösungsstrategien

Bildungs- und Erziehungsauftrag

  • Größtmögliche gesellschaftliche und berufliche Integration
  • Aufbau positiver Lebenssicht und personaler Identität
  • Gesamtkonzept der Schule als tragendes Element — Leitbild gemeinsam leben
  • Kollegiale Erziehungskompetenz: einheitliche Haltung aller Lehrkräfte

Medienbildung / Digitale Bildung

Übergreifende Medienbildung (S. 61)

Standard-Medienbildungsauftrag: sachgerechter, selbstbestimmter Medienumgang; kritische Reflexion sozialer Netzwerke; Datenschutz.

Alltagskompetenz: „Digital handeln"

Verknüpfung von digitalen Medienkompetenzen mit den Handlungsfeldern, insbesondere:
- Selbstbestimmtes Verbraucherverhalten: verantwortungsvoller Medienkonsum, bewusste Kaufentscheidungen (auch bei digitalen Produkten/In-App-Käufen)
- Gesundheitsvorsorge: Mediennutzungszeit, Bildschirmzeit, Suchtprävention digitaler Medien

FS-spezifische digitale Aspekte

Digitale Medien und Suchtprävention

Der Förderschwerpunkt ESE legt besonderen Wert auf Prävention digitaler Suchtmuster:
- Reflexion des eigenen Mediennutzungsverhaltens
- Soziale Netzwerke: kriteriengeleitet abwägen, Cybermobbing erkennen und verhindern
- Selbstkontrolle bei Spielen und Social Media als explizites Förderziel

Medienkompetenz als soziales Lernfeld

  • Digitale Kommunikationsformen (Messenger, Social Media) als Übungsfeld für angemessenes soziales Verhalten (Netiquette)
  • Cybermobbing-Prävention: Täter-Opfer-Dynamiken im digitalen Raum verstehen
  • Reaktive Medienerfahrungen reflektieren: Umgang mit Ablehnung, Frustration in digitalen Kontexten
  • Gruppenarbeit in digitalen Umgebungen als Übungsfeld für Kooperationsfähigkeit und Kompromissbereitschaft

Strukturierung durch digitale Hilfsmittel

  • Timer-Apps und digitale Strukturierungshilfen für SuS mit Selbstregulationsschwierigkeiten
  • Response-Cost-Systeme digital (Checklisten-Apps, Belohnungssysteme)
  • Videofeedback: kriterienorientierte Auswertung eigener Verhaltens-/Sozialinteraktionen (S. ~92)

Fachspezifische Medienbildung (5.1 / 5.4)

  • Digitale Medien kritisch, verantwortungsbewusst, selbstbestimmt nutzen
  • Datenschutz und Persönlichkeitsrechte im Internet
  • Filmen und digitale Produktion als Kompetenzbereich: reflexiver Umgang mit eigenen Medienprodukten

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