LehrplanPLUS FS Förderschwerpunkt Sprache

Herausgeber: Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
Stand: 08.03.2024
Datei: Förderschule_Sprache_Stand_08_03_24.pdf


Bildungsauftrag und Leitgedanken

Schülerschaft mit Förderbedarf Sprache

Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf Sprache zeigen Beeinträchtigungen in:
- Phonologischer Bewusstheit: Lautanalyse und -synthese, Reime
- Wortschatz und Begriffsbildung: eingeschränkter aktiver und passiver Wortschatz
- Grammatik: Satzbau, morphologische Strukturen
- Pragmatik: angemessene Kommunikation in sozialen Kontexten
- ggf. Redefluss: Stottern, Poltern
- Häufig Komorbiditäten mit Lernen und/oder ESE

Pädagogische Leitprinzipien

  • Sprachförderung als Querschnittsaufgabe aller Fächer: Sprachsensibilität im gesamten Unterricht
  • Sprachanregende Situationen: Dialogische Unterrichtsgestaltung, Modellierungstechniken
  • Lebensbedeutsames Lernen: Sprache immer im sinnvollen Kontext üben
  • Individuelle Förderplanung auf Basis sprachdiagnostischer Befunde
  • Ressourcen- und Stärkenorientierung

Schulformen

  • Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Sprache
  • Inklusive Beschulung mit MSD Sprache (häufige Kombination mit Förderschwerpunkt Lernen)

Medienbildung / Digitale Bildung

Übergreifende Medienbildung (S. 61)

Standard-Medienbildungsauftrag: sachgerechter, selbstbestimmter Medienumgang; Reflexion sozialer Netzwerke; Datenschutz und Urheberrecht.

Alltagskompetenz: „Digital handeln"

Verknüpfung von Medienkompetenz mit allen Handlungsfeldern der Alltagskompetenz.

FS-spezifische digitale Aspekte

Digitale Sprach- und Sprechförderung

  • Förderprogramme: digitale Übungstools für Lautanalyse, Reime, Satzbau, Lesekompetenz (z. B. Antolin, Lernwerkstatt, Alfons)
  • Sprachtherapeutische Apps: gezieltes Training phonologischer Bewusstheit (Reime, Geräusche, Lautanalyse/-synthese)
  • Digitale Korrektuhilfen: Rechtschreibkontrolle, Vorlesefunktionen als diagnostische und Förderwerkzeuge
  • Ton- und Videoaufnahmen: Auswertung eigener Sprech- und Kommunikationsleistungen (Prosodie, Körperhaltung, Lautstärke, Adressatenorientierung)
  • Filmen und digitale Produktionen als Kompetenzbereich: kommunikative Kompetenz durch mediale Gestaltung (S. ~92)

Medienbildung als Sprachanlass

  • Internetrecherchen schaffen Gesprächsanlässe und erweitern aktiven Wortschatz
  • Präsentationssoftware unterstützt Vortragskompetenz und freies Sprechen
  • Digitale Kommunikationsformen (Messenger, E-Mail) als Übungsfeld angemessener Schriftsprache

Fachspezifische Medienbildung (5.1, S. ~68)

  • Schülerinnen und Schüler nutzen Medien kritisch, verantwortungsbewusst, selbstbestimmt
  • Digitale Medien und Informatiksysteme reflektiert nutzen
  • Rechtliche Bestimmungen (Datenschutz, Urheberrecht) kennen und anwenden
  • Sprachliche Bildung als explizites Ziel des Medienunterrichts: Fachsprache, Präsentation, Gesprächssicherheit

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