LehrplanPLUS FS Förderschwerpunkt Lernen
Herausgeber: Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
Stand: 08.03.2024
Datei: LehrplanPLUS Förderschule FS Lernen - Layoutet_2024_03_08.pdf
Zielgruppe: Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Lernen (und FS Lernen in inklusiven Settings)
Bildungsauftrag und Leitgedanken
Schülerschaft
Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Lernen zeigen individuelle Unterstützungs- und Förderbedürfnisse in:
- Lernen und Kognition
- Sprache und Kommunikation
- emotionale und soziale Entwicklung
Die vier Entwicklungsbereiche durchziehen alle Fächer:
- Motorik und Wahrnehmung: Sensuomotorik, Grobmotorik, Feinmotorik (für digitale Geräte relevant: Tastaturtraining)
- Denken und Lernstrategien: Handlungsplanung, Strukturierungsfähigkeit, Selbstkontrollstrategien
- Kommunikation und Sprache: Lebensbedeutsamer Sprachgebrauch, Sprachförderung im Fachunterricht
- Emotionen und soziales Handeln: Selbstdisziplin, Kooperationsfähigkeit, verantwortungsvoller Medienumgang
Pädagogische Leitprinzipien
- Lebensweltbezug als zentrales Unterrichtsprinzip: Interessenorientierung, Alltagsanbindung, Vorbereitung auf Teilhabe
- Kompetenzorientierung: Kompetenzen für gesellschaftliche und berufliche Integration
- Individuelle Förderplanung auf Basis der Lernausgangslage
- Differenzierung über alle Repräsentationsebenen (enaktiv, ikonisch, symbolisch)
- Dokumentation des Lernprozesses und Lernfortschritts
Bildungs- und Erziehungsziele
- Größtmögliche Selbständigkeit in der Gesellschaft
- Vorbereitung auf Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben (als durchgängiges Ziel aller Jahrgangsstufen und Fächer)
- Orientierung an Lebenswelt und Interessen der SuS
Schulformen (Lernorte)
- Förderzentrum / Sonderpädagogisches Förderzentrum (primärer Förderort)
- Inklusive Beschulung in allgemeiner Schule (Mobiler Sonderpädagogischer Dienst, MSD)
- Förderschwerpunkt Lernen häufig in Verbindung mit FS Sprache und/oder ESE
Medienbildung / Digitale Bildung
Übergreifende Medienbildung (S. 40)
Schülerinnen und Schüler erwerben im Rahmen der schulischen Medienbildung Kenntnisse und Fertigkeiten, um sachgerecht, selbstbestimmt und verantwortungsvoll in einer multimedial geprägten Gesellschaft zu handeln. Sie analysieren und bewerten Vorzüge und Gefahren von Medien und nutzen diese bewusst und reflektiert für private und schulische Zwecke.
Alltagskompetenz: Handlungsfeld „Digital handeln" (S. 37)
Verknüpft Medienkompetenzen mit den anderen Handlungsfeldern (Gesundheit, Ernährung, Haushalt, Verbraucherverhalten, Umwelt). Schnittstelle zwischen Alltagskompetenzen und dem schulischen Medienkonzept.
Fach Informatik (Jahrgangsstufen 5–9)
Das FS Lernen verfügt über ein eigenständiges Fach Informatik (S. 297–320), das auf dem Mittelschul-Lehrplan aufbaut und FS-spezifisch angepasst ist.
Selbstverständnis des Fachs
- ICT-Kompetenzen ermöglichen Erschließung von Umwelt und gesellschaftliche Teilhabe
- Systematisches Basiswissen über Funktionsweise und Struktur von Informatiksystemen
- Selbständige, sachgerechte und verantwortungsvolle Nutzung digitaler Medien
- Erstellung digitaler Inhalte (privat und schulisch) als Ziel
Kompetenzstrukturmodell Informatik
Prozessbezogene Kompetenzen:
- Analysieren: Ausgangsszenarien, Informatiksysteme untersuchen; Objekte identifizieren
- Modellieren: Wirklichkeitsausschnitte vereinfacht darstellen (objektorientiert, zustandsorientiert, prozessorientiert)
- Implementieren: Abläufe aus Modellen mit Programmiersprachen erstellen; Testen und Korrigieren
- Kooperieren und kommunizieren: Gemeinsame Bearbeitung, Dokumentation, Präsentation
- Begründen und bewerten: Eigene Arbeit einschätzen, Wechselwirkungen Informatik–Gesellschaft erkennen
- Anwenden: Werkzeuge situationsgerecht einsetzen (informieren, recherchieren, publizieren)
- Vernetzen: Zusammenhänge zwischen Systemen und Methoden erkennen
Gegenstandsbereiche:
- Informatik und Gesellschaft (Datenschutz, Cybermobbing, Rechte/Pflichten)
- Information und ihre Repräsentation
- Modelle
- Daten und Datenstrukturen
- Abläufe und Algorithmen
- Informatiksysteme (Hardware, Software, Netzwerke)
Fachlehrplan Informatik — 5 Lernbereiche (JS 5–9)
| LB | Thema | Kernkompetenzen |
|---|---|---|
| 1 | Hardware und Betriebssysteme | Komponenten benennen, Netzwerke verstehen, 10-Finger-Tastschreiben |
| 2 | Digitaler Informationsaustausch | Internetdienste, Datenschutz, Netiquette, Urheberrecht |
| 3 | Datenverarbeitung | Betriebssystem, Tastschreiben (100 Anschläge/Min.), Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation, Grafik/Audio/Video |
| 4 | Programmieren | Algorithmisches Denken, grafische Programmiersprachen, Roboterprogrammierung, Testen |
| 5 | Methodenkompetenzen | Informieren, Recherchieren, Publizieren, Dokumentieren, Kommunizieren, Bewerten |
Entwicklungsbereich-Integration im Informatikunterricht
- Motorik: Tastaturtraining 10-Finger, ergonomische Körperhaltung, Feinmotorik mit Peripheriegeräten
- Denken: Strukturierungshilfen (Mindmaps, Concept Maps), Handlungsplanung, Selbstkontrolle
- Kommunikation: Fachbegriffe, Präsentation digitaler Produkte, Peerteaching
- Emotionen/Soziales: Ordnungsregeln bei Gerätenutzung, konstruktiver Umgang mit Fehlern, Gruppenarbeit
Jahrgangsstufenprogression
- GS (1–4): Spielerische Medienkompetenz, themenorientierter Einsatz
- JS 5–6: Tastschreiben, Kommunikationsmittel vertiefen, erste Programmierkonzepte
- JS 5+ (ab JS 5): Grundlegende Programmierkompetenz, algorithmisches Denken
- JS 7–9: Anwendungsprogramme (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation), komplexere Produktionen
Vernetzung mit anderen Fächern
Informatik vernetzt sich mit Werken und Gestalten, Ernährung und Soziales, BLO-Praxis und -Theorie, Deutsch, Mathematik, HSU, Geschichte/Politik/Geographie, Natur und Technik.
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