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MSDigital: KI-Einsatz im MSD

Quelle: Handout/PrÀsentation MSDigital, BdB Unterfranken, 16.06.2026
Themen: Rahmen von KI-Einsatz · Prompts formulieren · Assistenten erstellen
Zielgruppe: MSD-LehrkrÀfte (Mobiler SonderpÀdagogischer Dienst)


EU-AI-Act: Relevanz fĂŒr den MSD

  • Kennzeichnungspflicht: KI-generierte Inhalte (Texte, Bilder, Audio, Deepfakes) mĂŒssen als solche gekennzeichnet werden.
  • Hochrisiko-KI (Art. 13): KI-Systeme, die im Bildungsbereich eingesetzt werden zur:
  • Zuweisung an Schulen
  • Bewertung von Lernergebnissen
  • Feststellung eines Förderbedarfs ← direkt MSD-relevant
  • werden als Hochrisiko-KI eingestuft
  • Anforderungen: Gebrauchsanweisung, Transparenz fĂŒr Anwender, dokumentierte Entscheidungsfindung, Risikomanagement, DatenqualitĂ€t, menschliche Überwachung

Konsequenz: EU-AI-Act-Anforderungen bei Gutachtenerstellung sind in der Praxis nicht erfĂŒllbar → nur "Textbausteine" (Assistenzrolle) möglich, keine vollstĂ€ndigen KI-Gutachten.


StMUK-Hinweise: Grundregeln fĂŒr Schulen

  • Prompts immer ohne personenbezogene Angaben (Ort, Adresse, Name, Handschrift, Stimme → keine Audioaufnahmen!)
  • Hochrisiko-KI: strenge Vorgaben an Transparenz, Fairness, ZuverlĂ€ssigkeit
  • KI-gestĂŒtzte RĂŒckmeldungen/Feedback zur Lernbegleitung gelten nicht als Hochsicherheits-KI
  • Leitmotiv: „Assistent statt Autor" — Lehrkraft ist Entscheider und Autor

Ethikrat: Einsatzregeln (3 Bereiche)

1. Diagnostik

Assistent statt Autor:
- KI kann helfen, Datenmuster zu erkennen oder bei Testauswertung vorarbeiten
- Letztentscheidung und Verantwortung fĂŒr diagnostisches Ergebnis (z.B. Förderbedarf) bleibt beim menschlichen Fachkraft (Ethikrat Rn. 126)

Automation Bias:
- Risiko, dass FachkrÀfte KI-Ergebnisse unkritisch vertrauen (Rn. 65, 105)
- KI-Ergebnisse mĂŒssen immer ĂŒberprĂŒft werden — kein unreflektiertes Copy & Paste

Einzelfall vs. Mittelmaß:
- KI basiert auf statistischen Wahrscheinlichkeiten → kann dem Einzelfall oft nicht gerecht werden
- Bei Kindern mit komplexem Förderbedarf sind kontextuelle Faktoren (familiĂ€res Umfeld, Emotionen) entscheidend, die eine KI nicht „versteht" (Rn. 106)
- SonderpĂ€dagogische Fragen liegen oft am Rand der Gaußkurve

2. Datenschutz

  • SchĂŒlerdaten mĂŒssen beim KI-Einsatz geschĂŒtzt werden
  • Keine öffentlich zugĂ€nglichen KI-Systeme fĂŒr MSD-typische Themen (Ethikrat Nr. 76)
  • ByLKI als Alternative — verdeckt IP/Metadaten des LehrergerĂ€ts zentralseitig, dennoch keine personenbezogenen Daten eingeben
  • Platzhalternamen verwenden und in Word mit Suchen-Ersetzen korrigieren
  • Keine Gratis-KI fĂŒr sensible Aufgaben

3. Transparenz

  • KI-Einsatz muss hinreichend transparent sein (Ethikrat Nr. 120)
  • Hohe Anforderung im Bereich öffentlicher Verwaltung (Nr. 116) → auf pĂ€dagogischen Bereich ĂŒbertragbar
  • Keine Blackbox: keine Ergebnisse nutzen, deren Zustandekommen nicht nachvollziehbar (Nr. 16/67)
  • Gerichtsurteil (PrĂ€zedenzfall): Landgericht verweigerte Honorar eines medizinischen SachverstĂ€ndigen, da weite Teile seines Gutachtens ohne Hinweis per KI erstellt wurden → Autor/Unterzeichner ist immer verantwortlich, formelle Fehler machen Gutachten anfechtbar

KI im MSD — 5 Prinzipien (Mind-Map)

Prinzip Kernaussage
Datenschutz Ort, Adresse, Name, Handschrift, Praktikumsbetriebe, Stimme nicht in KIs eingeben; keine öffentlichen Chatbots fĂŒr sensible Aufgaben
Assistent statt Autor Vorarbeit durch KI, Ausarbeitung durch Mensch; Endprodukt immer vom Menschen verantwortet
Automation Bias kennen Menschen trauen automatisierten Systemen mehr zu (ObjektivitĂ€t, QualitĂ€t) — Angaben sorgfĂ€ltig prĂŒfen!
Hochrisiko-KI meiden Keine Entscheidungen, Schullaufbahnempfehlungen o.Ă€. durch KI formulieren lassen
Einzelfall vs. Mittelmaß KI arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten; sonderpĂ€dagogische Fragen liegen oft an den RĂ€ndern der Gaußkurve → ungenau

GĂŒtekriterien beim KI-Einsatz

Kriterium Risiken / PrĂŒffragen
ObjektivitĂ€t Bias in jedem LLM enthalten (Trainingsdaten, Automation Bias); KI-EinschĂ€tzungen können zu FehleinschĂ€tzungen fĂŒhren
ReliabilitĂ€t Gleiche Anweisung mehrfach/in verschiedene LLMs eingeben; Prompts ĂŒberprĂŒfen; Quellen auf AktualitĂ€t prĂŒfen (KI zitiert nicht immer korrekt, auch bei PDFs)
ValiditĂ€t Trainingswissen-Stand beachten; Websuchoption prĂŒfen; „Human in the loop"; auf fehlenden Kontext achten

Datenschutz: ByLKI vs. öffentliche KI

  • Öffentliche KI (ChatGPT/Google/Microsoft): IP-Adresse, Metadaten, Prompts und Inhalte werden ALLE ĂŒbertragen und verarbeitet; detaillierte RĂŒckschlĂŒsse möglich
  • ByLKI: gibt Anfragen zentral weiter (eigene IP-Adresse), verdeckt Daten des LehrergerĂ€ts; Metadaten ByLKI — dennoch keine personenbezogenen Daten eingeben

BeratungsverÀndernde Fragen (offene Reflexion)

  • Was wĂ€re, wenn ein PrĂ€zedenzfall publik wird, bei dem KI-Einsatz im sonderpĂ€dagogischen Bereich zu schlecht begrĂŒndeten Empfehlungen fĂŒhrt? (BaySchO IV: Notenschutz, Förderort
)
  • Wie verĂ€ndern sich Beratungsprozesse, wenn Regelschulen FörderplĂ€ne KI generieren lassen?
  • Wie verĂ€ndern sich Beratungsprozesse, wenn engagierte Eltern Förderung KI generieren lassen?

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