OECD KI-Kompetenzrahmen für die Primar- und Sekundarstufe
Rohquelle: raw/oecd_1769185448.pdf (40 S.) — deutsche Übersetzung und Anpassung des Review-Entwurfs von: OECD (2025). Empowering learners for the age of AI: An AI literacy framework for primary and secondary education. Paris. ailiteracyframework.org. Übersetzung: Christine Stoltz & Christa Schmid-Meier (Schweizer Kontext, Lernszenarien © 2025 Christine Stoltz).
Definition KI-Kompetenz
KI-Kompetenz umfasst das technische Wissen, die dauerhaften Fähigkeiten und die zukunftsfähigen Einstellungen, die erforderlich sind, um in einer von KI geprägten Welt erfolgreich zu sein.
Baut auf Definitionen aus EU AI Act, OECD und UNESCO auf; Lernende sollen KI nutzen, mitgestalten, verwalten und kritisch bewerten können (Vorteile, Risiken, ethische Implikationen).
Aufbau des Rahmens
Struktur nach Wissen (Knowledge), Fähigkeiten (Skills), Haltungen (Attitudes) — angelehnt an DigComp (EU), UNESCO AI Competencies, AI4K12 u. a. Jede Kompetenz wird durch Lernszenarien für Primar- und Sekundarstufe konkretisiert (fächerbezogen, mit Klassenstufenangabe).
Vier Kompetenzbereiche
| Bereich | Leitsatz |
|---|---|
| Sich mit KI auseinandersetzen (Engaging with AI) | „Ich nutze KI, um Aufgaben zu optimieren und mich unterstützen zu lassen." |
| Mit KI Inhalte erstellen (Creating with AI) | „Ich arbeite in Co-Kreation mit KI und erschaffe neue Inhalte." — inkl. Prompting, Urheberschaft, Transparenz |
| KI-Systeme entwickeln & gestalten (Designing AI) | „Ich verstehe und gestalte das Verhalten von KI." — auch ohne Programmierkenntnisse zugänglich |
| Auswirkungen von KI (Impact) | „Ich erkenne den Einfluss von KI auf Individuen, Gesellschaft und Umwelt." — Bias, Ethik, Arbeitswelt |
Fähigkeiten (Querschnitt)
Kritisches Denken, Kreativität, Computational Thinking, Selbst- und Sozialwahrnehmung, Zusammenarbeit, Kommunikation, Problemlösen (u. a. entscheiden, wann KI eingesetzt werden soll und wann nicht).
Ausgewählte Befunde (zitiert im Rahmen)
Vodafone Foundation (2024, 7.000 SuS aus 7 Ländern, 12–17 J.): 74 % erwarten wichtige KI-Rolle im Berufsleben, aber nur 46 % fühlen sich von der Schule angemessen vorbereitet; 44 % halten ihre Lehrkräfte für gut vorbereitet; 49 % befürchten wachsende Leistungsunterschiede.
Einordnung für Bayern
- Komplementär zu src-digcompedu-bavaria: DigCompEdu Bavaria beschreibt Lehrkraft-Kompetenzen, der OECD-Rahmen Schüler-Kompetenzen — zusammen decken sie beide Seiten des KI-Kompetenzaufbaus ab.
- Anschlussfähig an die 3-Schritte-KI-Einführung des StMUK (src-kms-ki-an-schulen-2024) und den src-handlungsleitfaden-ki-paedagogische-praxis (KI in Schülerhand).
- Ethik-/Bias-Fokus (Bereich 4) deckt sich mit den MSD-Prinzipien in src-msdigital-ki-msd und der Risikoperspektive in compare-eu-ai-act-bayerische-ki-schulpraxis.
- Der Befund „Schule bereitet nicht ausreichend auf KI vor" spiegelt die Fortbildungslücke aus src-schulbarometer-2026 (KI = Fortbildungsbedarf Nr. 1).
- Status: Entwurf (Review draft, Mai 2025) — Endfassung beobachten.
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