Internes Wissensportal

Falsches Passwort

Agenda „Digitale Balance im Alltag von Schülerinnen und Schülern"

Quelle: Pressemitteilung Nr. 054 des StMUK vom 17.06.2026 (Stand der Fassung: 19.06.2026)
Beteiligte Ressorts: Staatsministerium für Unterricht und Kultus (federführend), Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, Digitalministerium

Die Agenda ist das politische Dachdokument, unter dem mehrere bereits im Wiki dokumentierte Einzelmaßnahmen zusammenlaufen. Sie erklärt, warum Chat-/Social-Media-Kompass und die verschärfte Handyregelung zeitgleich kamen: beides sind Bausteine eines abgestimmten Gesamtkonzepts.

Leitformel des StMUK: stärken — sensibilisieren — schützen.
Flankierung: „Bayerische Präventionsstrategie gegen problematische digitale Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen" des Gesundheitsministeriums.


Begründungslinie

  • Kinder und Jugendliche wachsen überwiegend mit Smartphones, Messenger-Diensten und sozialen Medien auf; digitale Medien eröffnen Chancen für Bildung, Kommunikation, Teilhabe.
  • Gleichzeitig zeigten aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse „immer deutlicher" die Risiken übermäßiger Nutzung: Konzentrationsprobleme, psychische Belastungen, erhebliche gesundheitliche Schäden.
  • Das Gesundheitsministerium konkretisiert: Kinder und Jugendliche mit übermäßigem Konsum insbesondere sozialer Medien leiden häufiger unter depressiven Stimmungen, Schlafstörungen oder Einsamkeit.
  • Eltern und Bezugspersonen werden ausdrücklich als Vorbilder adressiert — die Prävention setzt bereits bei werdenden Eltern an (Informationsvermittlung u. a. über Kinderarztpraxen), weil digitale Medien den Familienalltag prägen, bevor Kinder selbst nutzen.

Die fünf Maßnahmenbereiche

1. Neue Angebote für Schülerinnen und Schüler

Zentrales Element ist der Ausbau von digitalkompass.schule. Erstmals stehen zwei neue Angebote zur Verfügung:

  • Chat-Kompass — Grundschule
  • Social-Media-Kompass — weiterführende Schulen

Themen der praxisnahen Materialien: Regeln respektvoller Kommunikation in Messenger-Diensten, Cybermobbing, Datenschutz, Fake News, Deepfakes.

→ Detailseite: src-digitalkompass-chat-social-media (Umsetzung, Jahrgangsstufen, hybrides Format, Multiplikationspaket für BdBs)

2. Medienkompetenz stärker in den Lehrplänen

Medienbildung ist bereits fächerübergreifend verankert; im Zuge der laufenden Lehrplanüberarbeitung wird sie stärker in die Fachlehrpläne integriert. Ziel: Informationen kritisch einordnen, Manipulation erkennen, persönliche Daten schützen, Verantwortung im digitalen Raum übernehmen.

→ Vgl. overview-lehrplan-foerderschwerpunkte für den Stand in den Förderschwerpunkten.

3. Informationspaket für Familien (neu, ressortübergreifend)

Kultus-, Gesundheits- und Digitalministerium stellen erstmals gemeinsam ein Informationspaket zur Medienerziehung bereit. Gebündelt werden:

  • Medienführerschein Bayern / „Medien kindersicher"
  • ISES! — digitales Präventionsprogramm des Universitätsklinikums Tübingen (Online-Training)
  • neuer Orientierungsrahmen für Eltern mit altersgerechten Empfehlungen zu Smartphones, Messenger-Diensten und sozialen Medien

Verfügbarkeit: digital auf der Website des Kultusministeriums und in gedruckter Form.

Ergänzend werden Elternabende, Informationsveranstaltungen, Elterncafés und regionale Veranstaltungsformate ausgebaut — erklärtes Ziel ist Unterstützung, nicht nur Information.

4. Prävention, Beratung und Datenlage

  • Ausbau etablierter Lebenskompetenz-Programme: Klasse2000, IPSY, REBOUND
  • Spezifische Angebote gegen exzessive Mediennutzung und zur Medienkompetenz: Net-Piloten, PROTECT
  • Beratungslehrkräfte und Schulpsychologinnen/Schulpsychologen werden gezielt unterstützt, bestehende Unterstützungsstrukturen weiterentwickelt
  • Suchtmonitor Bayern 2026 (Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) soll Zahlen und Fakten zu digitalen Medien bereitstellen, um die öffentliche Einordnung der Gesundheitsauswirkungen zu ermöglichen

5. Leitplanken für die private Gerätenutzung

„Künftig gelten die Beschränkungen für die private Handynutzung an Schulen grundsätzlich bis einschließlich Jahrgangsstufe 7."

Dies ist die politische Ankündigung der später gesetzlich umgesetzten Änderung von Art. 56 Abs. 5 BayEUG (in Kraft seit 01.08.2026): siehe src-kms-digitale-bildung-schuljahr-2627 und src-datenschutz-schulen-stmuk. Ab Jgst. 8 regelt die Schule dies eigenständig im Einvernehmen mit dem Schulforum.

Begründung der Agenda: altersgerechter Umgang mit digitalen Geräten, Stärkung der Schule als „Ort der Konzentration, der Begegnung und des gemeinsamen Lernens".


Einordnung für die BdB-Arbeit

  • Die Agenda ist die Klammer, mit der sich in Vorträgen und Beratungen erklären lässt, warum digitalkompass.schule, die Handy-Regelung und die Elternarbeit zusammengehören — sie sind nicht drei unverbundene Maßnahmen.
  • Für Elternabende liefert sie die ressortübergreifende Materialbasis (Medienführerschein, ISES!, Orientierungsrahmen) — also genau die Materialien, nach denen an Schulen regelmäßig gefragt wird.
  • Die Agenda bleibt auf der Maßnahmenebene: Sie nennt keine Fristen, keine Budgets und keine Verantwortlichkeiten für die Umsetzung an der Einzelschule. Konkrete Termine finden sich nur in den nachgelagerten Dokumenten (src-digitalkompass-chat-social-media, src-kms-digitale-bildung-schuljahr-2627).
  • Der wissenschaftliche Befund, auf den sich die Agenda beruft, wird durch src-zeit-interview-pisa-2026 gestützt (PISA-Korrelation private Handynutzung ↔ schlechtere Leistungen), durch src-schule-von-morgen-begleitstudie jedoch differenziert (schulische 1:1-Ausstattung ist nicht das Problem — die private Nutzung ist es).

Bezüge zu anderen Wiki-Seiten